Zudendorp, Colonia und die Grafen von Berg.
Wer denkt, Zündorf hätte etwas mit zünden zu tun, den müssen wir enttäuschen. Nein, in Zündorf wohnten keine "bösen Buben" die immer mit Feuer gespielt haben und den Kölner die Häuser angezündet haben.
Wobei aber die Zündorfer die Kölner gerne geärgert haben. Und dies hängt mit der Hanse und dem Stapelrecht zusammen. Davon aber später.
Der Ort Zündorf kommt in Aufzeichnungen des Mittelalters in verschiedenen
Schreibweisen vor. Zudendorps, Zudendorph, Zuhudendorph, Zudindorph oder auch
Udendorph. Der erste Namensteil Zün, kommt daher vom lokalen Wort für Zud,
Sud, Sumpf, Schlick. Denn bis 1785 floss der Vater Rhein direkt vor den Türen
der Zündorfer und besuchte diese gerne. Erst dann wurde ein Damm zur vorgelagerten
Sandbank, der Groov, gezogen.
Der Namensteil Dorf wurde damals nur anders geschrieben. Aus dem altdeutschen
Dorph wurde ein Dorf.

Ursprünglich gab es einmal die Dörfer Ober- und Niederzündorf. Oberzündorf - welches die ältere und die geschichtlich bedeutendere Siedlung war - wurde zum ersten Mal 1008 schriftlich erwähnt. So feierten 2008 die Zündorfer mit einem mehrtägigen Fest und einem prachtvollem Umzug ihr Jubiläum. Ab dem 13. Jahrhundert wurde Niederzündorf durch den Rheinhandel erfolgreicher und 17. Jahrhundert übernahm Niederzündorf sogar den Rheinhandel des durch mehrmalige Raubzüge niederliegenden Porz. Die florierende Wirtschaft basierte vorwiegend auf der Möglichkeit zur Umgehung des Kölner Stapels, indem man die Waren rechtsrheinisch von Zündorf nach Mülheim, bzw. umgekehrt transportierte. Denn das rechtsrheinische Territorium unterstand über Jahrhunderte dem Geschlecht der Grafen von Berg (daher auch Bergisches Land). Nachdem das Kölner Stapelrecht 1831 abgeschafft wurde, verarmte Zündorf. 1380 ist zum ersten Mal der Wehrturm urkundlich erwähnt. Dieser war jedoch nie ein Zollturm, sondern Wehrturm der Ritter von Zündorf (wie z.B. Rutger von Zudendorp).
Seit dem Mittelalter wurde eine Sandbank vor Zündorf zu einer richtigen Insel names Mittelwerth bzw. heute Groov. Der Rheinarm zwischen Groov und Zündorf sorgte für einen natürlichen Hafen und damit für den Aufstieg Zündorfs als Speditionsstation. 1785 bildete der Bau eines Dammes zum Schutz der Aue den ersten Schritt zum heutigen Gesicht der Groov. Was als Schutz für Zündorf gegen das Hochwasser gedacht war, führte jedoch zur Versandung des Zündorfer Hafens.
1797 hatte Niederzündorf 68 Feuerstellen mit 272 Einwohnern, 10 Stück Rindvieh und 8 Pferde. Zündorf gehört im 3. Jahrtausend mit seinen über 12.000 Einwohnern zu den größeren Ortsteilen von Köln-Porz. Übrigens stammt die Kirche St. Martin in Oberzündorf aus dem 12. Jahrhundert und ist aber ein Neubau einer noch älteren Kirche die schon 1009 erwähnt wurde. Die neugotische Backstein-Kirche St. Maria Geburt in Niederzündorf wird 1895-1897 direkt neben der alten Kirche gebaut. St. Michael von Niederzündorf wird 1155 zum erstem Mal erwähnt. Diese Kirchen sind die ältesten in der Umgebung. Heute ist das malerische Zündorf mit seinen alten Fachwerkhäusern und der parkähnlichen Groov, mit Minigolf-Anlage, Kombibad und Yachthafen ein vielbesuchtes Ausflugsziel. Mit der Fähre nach Weiß kann man auch direkt zum linksrheinischen Köln-Weiss übersetzen.
Zündorf und gerade das Landhaus Zündorf empfehlen sich daher besonders als Zwischen- oder Endpunkt einer Fahrradtour entlang des Rheins.
Weitere Informationen finden Sie auch unter 1000 Jahre Zündorf.

Das original Kölsch-Glas "1000 Jahre Zündorf " von Rastal und die "Ich liebe Zündorf"-Brosche erhalten Sie im Landhaus Zündorf.












